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Der Ausgangspunkt unserer Wanderung befindet sich am Ende der Anton-Krieger-Gasse, wo uns ein gußeiserner „Rauschbaum“ des Weinbauvereines Mauer mit den Namenstafeln aller Heurigen die ausg’steckt (geöffnet) haben, auffällt. Wir wenden uns links dem großen rot-weiß-roten Schranken zu und folgen der verlängerten Kalksburger Straße. Nach etwa 250 m gelangen wir zu einem hölzernen Wegweiser mit der Aufschrift „Stadtwanderweg 6“. An dieser Stelle  verlassen wir die asphaltierte Kalksburger Straße auf einem Waldweg leicht ansteigend nach schräg links und erreichen bald darauf ein Getreidefeld, von wo wir eine bildschöne Aussicht auf die Rieden „In Rainen“ und „Himmel“ sowie auf den mächtigen Wehrturm von Perchtoldsdorf genießen. Bald erreichen wir, zunächst am Feldesrand rechts weiter gehend, die Himmelswiese nahe einer Informationstafel und wählen die links weiter führenden Pfadspuren, welche uns leicht ansteigend zu drei Rastbänken führen. Hier haben wir einen wohltuenden Ausblick auf Perchtoldsdorf, das Wiener Becken, den Anninger und den großen Steinbruch, der sich knapp unterhalb des Gipfels des Bierhäuslberges befindet. Wir biegen hier scharf links ab, gehen die Wiese geradeaus hinunter und treffen am Waldrand, gut erkennbar, auf einen tadellos ausgetretenen Pfad, der uns durch Wald zu einer entzückenden Wiesenfläche bringt. Wir folgen dem Pfad weiter zur nächsten Wiese, von der sich ein erfreulicher Rundblick auf die südlichen Bezirksteile Wiens und auf Perchtoldsdorf ergibt, bis wir auf einen gepflasterten Weg gelangen, dem wir abwärts folgen. Nach dem linksseitig gelegenen Waldstück und ummittelbar bei Erreichen eines Weingartens verlassen wir den gepflasterten Weg scharf nach links und gehen am Weingartenrand entlang aufwärts, bis wir, oben angelangt, in östlicher Richtung, also nach rechts, weitermarschieren. Wir befinden uns hier direkt im Arbeitsgebiet der Maurer Winzer und verhalten uns dementsprechend diskret. Wir haben hier einen außergewöhnlich beeindruckenden Ausblick auf Rodaun, Perchtoldsdorf, den Anninger, das Wiener Becken, das Leithagebirge und den Eichkogel bei Mödling. Wir halten nun, stets am Rand der Weingärten verbleibend, auf das eingezäunte Areal des imposanten Wasserbehälters Liesing der 2. Wiener Hochquellenwasserleitung – erbaut in Jahre 1914 – zu, umgehen dieses, halten uns dabei weiter am Rand der Weingärten  und erreichen so, wir befinden uns mittlerweile im Bereich der Riede „In Sätzen“, in weiterer Folge den Kreuzungspunkt Rudolf-Waisenhorn-Gasse/Lindauergasse. Seit 2017 sind die Rieden „Himmel“ und „In Sätzen“ als „Erste Lagen“ für Wiener Wein anerkannt. Das diesbezügliche Projekt der Lagenklassifizierung (Komplex Terroir) soll die alten Riedennamen und ihre besonderen Weinqualitäten ins Bewußtsein der Weinliebhaber rücken. Nun weiter durch die Lindauergasse. Bei unserer Wanderung durch das Siedlungsgebiet, welche beim Erreichen der Franz-Asenbauer-Gasse zu Ende sein wird, können wir die stilistische Entwicklung des Ein- und Mehrfamilienhauses in den letzten 100 Jahren studieren. Wir wandern weiter durch die Lindauergasse leicht abwärts und erreichen bald die Maurer Lange Gasse, wo uns der Heurige Edlmoser auffällt (Maurer Lange Gasse 123), ein moderner Wiener Buschenschank, der mit einer über 100-jährigen Heurigentradition aufwarten kann und der uns zur Rast einlädt, wenn uns der Buschen anzeigt,  daß „ausg’steckt“ ist. Nachdem wir uns vortrefflich mit Speis und Trank erfrischt haben setzen wir unseren Weg  durch die Kaserngasse fort,  bis wir zum Maurer Schubertpark mit dem Naturdenkmal einer bewundernswerten Winterlinde gelangen. Wir verlassen nun die Kaserngasse, gehen durch die Rielgasse geradeaus weiter und treffen nach einiger Zeit auf die Franz-Asenbauer-Gasse. Hier befindet sich der Konvent der Ursulinen mit den verschiedenen angeschlossenen Schulen für Mädchenerziehung (VS, NMS, AHS). Nun scharf links ab. Auf gepflastertem Weg, am Gelände des „Österreichischen Gebrauchshundesportverbandes HSC Wien West“ vorbeigehend, kommen wir, immer geradeaus gehend, zum Gedenkkreuz für die gefallenen Winzer, wo wir uns diese Opfer des Krieges in Erinnerung rufen. Wir verlassen dann, unmittelbar vor dem Gedenkkreuz, den gepflasterten Weg und wandern auf einer deutlichen Wegschneise zwischen den Rieden „Roth Düren“ und „Leiten“ schräg rechts hoch, bis wir zur Wittgensteinstraße und zur Lainzer-Tiergarten-Mauer gelangen. Wir haben nun Gelegenheit einen Abstecher nach rechts zum nahe gelegenen Heurigen Wiltschko (Wittgensteinstraße 143), einem  Weinbaubetrieb der modernen Art, zu unternehmen, wenn „ausg’steckt“ ist. Hervorragend gestärkt kehren wir zu den Weingärten zurück. Wir gehen nun direkt am Rand der Weingärten weiter und erreichen bald die Riede „Kadoltzberg“. Hier haben wir einen traumhaften Ausblick auf die Stadt Wien, den Hundsheimer Berg, das Leithagebirge, den Mödlinger Eichkogel, den Hochanninger und den Husarentempel bei Mödling. Nachdem wir rund 580 m am Rand der Weingärten zurückgelegt haben, zweigt, ziemlich am Ende der Riede „Kadoltzberg“, rechts ein leicht zu übersehender Pfad ab, der uns, über eine Wiesenfläche, zur Trasse der 2. Wiener Hochquellenwasserleitung führt, die durch weiße Marksteine gekennzeichnet ist. Wir folgen der Trasse über die sagenumwobene Flur „Karfreitagen“ nach links, bis wir einen durch seine Form charakteristischen Einsteigturm der Hochquellenwasserleitung erreichen. Hier befindet sich eine Wegkreuzung. Wir gehen etwa 50 m geradeaus weiter und zweigen dann schräg links ab, um einen Abstecher zum nahe gelegenen Kroißberg zu unternehmen, der sich im Bereich der Riede „Schwirz“ befindet und von wo sich wiederum ein malerischer Ausblick ergibt. Wir kehren zur Abzweigung zurück und gehen links weiter abwärts zur „Minichlacke“, einem romantisch gelegenen Teich. Am Teich vorbei geht es hinunter zum Parkplatz am Ende der asphaltierten Maurer Lange Gasse, wo wir den Asphalt überschreiten und auf dem nach links führenden Waldweg weiter gehen. Gleich darauf erreichen wir eine Wanderwegkreuzung. Wir wandern, ohne unsere Richtung zu ändern, weiter bis wir später auf eine ausgeprägte T-förmige Kreuzung stoßen. Hier wählen wir den rechten Ast und biegen unmittelbar darauf scharf links ab, um auf einem Pfad hoch zur Wotrubakirche zu gelangen. Die Kirche auf dem Sankt-Georgen-Berg wurde 1974-1976 auf Initiative von Frau Dr. Margarethe Ottillinger, die ein Gelübde abgelegt hatte, nach Entwürfen des Bildhauers Fritz Wotruba und Plänen des Architekten Fritz Gerhard Mayr errichtet, besteht aus 152 rohen, asymmetrischen Betonblöcken und ist architektonisch einmalig. Wir wenden uns nun auf einem benachbarten Pfad rechter Hand in Richtung „Sterngarten“, den wir in kurzer Zeit erreichen. Der „Sterngarten Georgenberg“, mit anderen Worten das Freiluftplanetarium „Sterngarten“, bietet einen ansprechenden Rastplatz und Aussicht auf den Steinbruch am Bierhäuslberg. Sowohl „Sterngarten“ als auch Wotrubakirche befinden sich im sogenannten „Ruinengelände Georgenberg“. Hier war ab Herbst 1938 eine im Krieg zerstörte und 1949 abgetragene Kaserne der Luftnachrichtentruppe (Fliegerfunktruppe) errichtet worden. Wir verlassen den „Sterngarten“ nach rechts,  um am Ende einer Betonmauer scharf links abzubiegen. Wir gelangen entlang der schon etwas zugewachsenen und wohl einst zur Kaserne gehörenden Betonmauer, leicht abwärts gehend, zur uns schon bekannten Kreuzung Kalksburger Straße/Anton-Krieger-Gasse, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung. Jetzt können wir zu einer ausgiebigen Heurigenpartie zu jenen Maurer Buschenschänken aufbrechen, die momentan ausgesteckt haben.

Plan zum Maurer Weinwanderweg (MWWW) ist auch verfügbar.

Gehzeit: etwa 2 Stunden bei ungefähr 6,5 km