Blue Flower

Unser Wanderexperte, Herr Alexander Streiter, hat wieder eine sehr schöne und auch interessante Tour zusammengestellt: PLAN

Wir fahren mit der U-Bahn-Linie U4 bis zur Station Schönbrunn und erreichen über den Aufgang die Grünbergstraße, der wir nach rechts folgen bis wir die Schönbrunner Schloßstraße an der Fußgängerampel überqueren. Wir behalten unsere Gehrichtung bei und wandern am Apothekertrakt des Schönbrunner Schloßensembles vorbei zum Meidlinger Tor, durch das wir den Bereich des Tagungszentrums Schönbrunn betreten.

Von Liesing nach Laab

Weitere Informationen und schöne Fotos finden Sie auch auf der Website der Autoren!

Rodaun, einer der südlichsten Bezirksteile Wiens, ist der Ausgangspunkt für diese Wanderung, die sowohl durch verbautes Gebiet als auch in ruhige Wälder und Hügellandschaften führt, wo von der Nähe zur hektischen Großstadt nichts mehr zu bemerken ist.

 WEGVERLAUF: Rundwanderung. Rodaun – Wiener Hütte (1 Std.) – Breitenfurt (30 Min.) – Laab im Walde (45 Min.) – Schießstätte (1 ¼ Std.) – Rodaun (1 ¼ Std.)

 DAUER: 4 ¾ Std.

 LÄNGE: 18,5 km

 SCHWIERIGKEITSGRAD: Nur geringe Höhenunterschiede, daher trotz der Länge bequem zu begehen

 WEGMARKIERUNGEN: Braune Tafeln mit „Stadtwanderweg 6“, blaue Balken, Rot-Weiß-Rot mit „444“, Rot mit „44“, braune Tafeln mit „Rund um den Lainzer Tiergarten“, unmarkiert

 EINKEHRMÖGLICHKEITEN: Wiener Hütte, Odysseus im Grünen Baum (kein Ruhetag), Pension Laaberhof (Mo und Di Ruhetag; Gästezimmer), Gasthaus zur Schießstätte (Mi und Do Ruhetag; Dez. bis Feb. nur an Wochenenden geöffnet), Buschenschenken in Kalksburg und Rodaun

 ANFAHRT: • Mit der Straßenbahnlinie 60 von der U4-Station Hietzing-Kennedybrücke bis zur Endstelle in Rodaun/Ketzergasse

  • Mit dem Auto über Liesing oder Mauer in die Breitenfurter Straße, von dieser in unmittelbarer Nähe der überführenden Straßenbahntrasse in die Kaiser-Franz-Josef-Straße abbiegen. Den Straßenbahnschienen folgen und in der Ketzergasse oder den Seitengassen parken.

DER WANDERWEG

 Vor der Endstation in Rodaun, einem Teil des Bezirks Liesing, biegt die Straßenbahn beim Haus Ketzergasse 356 in die Schillerpromenade ein, wo sie an ihrer Endstation hält. In der Ketzergasse (übrigens die längste Gasse Wiens) gehen wir weiter stadtauswärts und sehen vor uns auf einer Anhöhe die Bergkirche von Rodaun, auf die wir zuhalten. Nach der Kreuzung mit der Hochstraße biegen wir in die zweite Gasse links – die Willergasse – ab und wandern hier kurz bergauf (Holzpfeil „Stadtwanderweg 6“). Nach wenigen Schritten stehen wir vor dem Aufgang zum Kirchenplatz, der von barocken Steinfiguren der Heiligen Florian und Josef flankiert wird. Hier biegen wir rechts ein und erreichen sehr bald die Johannes dem Täufer geweihte Barockkirche, die in den Jahren 1738 bis 1746 – vermutlich von einem Schüler Fischer von Erlachs oder von Donato Felice d’Allio (1677–1761) – erbaut wurde.

Vom Kirchenportal abgewandt verlassen wir das Plateau, wie ein Holzpfeil angibt, geradeaus in Richtung „Wiener Hütte“. Nun gehen wir an der Nordflanke des Zugbergs auf einem breiten Weg unter Föhren und Buchen ziemlich eben dahin. Zur Rechten können wir zwischen den Bäumen einen Sportplatz erkennen. Ab hier orientieren wir uns an einer parallel zum Weg laufenden Steinmauer, die den Komplex des Jesuitenkollegiums Kalksburg, einer bedeutenden Privatschule, umgibt. Neben den Holzpfeilen „Stadtwanderweg 6“ taucht nun auch eine blaue Markierung auf, die uns bis zur Wiener Hütte begleitet.

Die Mauer des Kollegiums begleitet eine Zeit lang unseren Weg, knickt aber dann nach rechts weg. Ab dieser Stelle wandern wir ca. 2 km lang leicht bergauf die Stadtgrenze zu Niederösterreich entlang. Wenn wir an den Waldrand treten, erkennen wir schon die Zufahrtsstraße und einen großen Parkplatz bei der neu renovierten und noch nicht eröffneten Wiener Hütte, die wir schließlich erreichen. Jenseits des Taleinschnitts von Kaltenleutgeben erheben sich die Hügel des Höllensteinzugs, dessen teilweise schroffe Nordhänge an einigen Stellen als Kletterwände genützt werden (1 Std.).

Von der Wiener Hütte aus folgen wir einem Weg, der mit „444“, „04“ und einem Schild Richtung „Breitenfurt“ bezeichnet ist. Die roten Marken bringen uns auf einem talwärts führenden Waldweg zu einem Wasserbehälter, nach dem der „Stadtwanderweg 6“ rechts abzweigt. Wir bleiben jedoch auf Rot, halten uns bei Abzweigungen links und verlassen bald bei einer rot-weißen Schranke den Wald, um in die Birkengasse der Siedlung Pölleritzerwiese, die zur Gemeinde Breitenfurt gehört, zu gelangen.

Auf der asphaltierten Birkengasse durchwandern wir das Siedlungsgebiet etwa niveaugleich. Nach der Volksschule von Breitenfurt biegen wir in die Wilhelm-Tell-Gasse ein, die wir gleich wieder nach rechts durch die Kellerwaldgasse verlassen. An deren Ende biegen wir links in die Liesingtalstraße ein, die nach 50 m in die Hirschentanzstraße mündet. Hier halten wir uns rechts, gehen am Eingang einer Sportanlage vorbei und erreichen nach wenigen Schritten den ehemaligen Gasthof „Grüner Baum“, eine alte Gaststätte der Herrschaft Rodaun, deren Geschichte sich bis in die Zeit vor 1676 zurückverfolgen lässt. Heute befindet sich darin das griechische Restaurant Odysseus im Grünen Baum, das täglich ab 11.30 Uhr geöffnet hat (1 ½ Std.).

Abkürzung: An der Hauptstraße nahe dem Lokal befindet sich eine Bushaltestelle, von der aus eine Verbindung zum Bahnhof Liesing besteht.

Nach einem eventuellen Lokalbesuch überqueren wir die Reiche Liesing und – auf einem Zebrastreifen – die Hauptstraße. Danach setzen wir unsere Wanderung neben einer Spenglerei und unter Beibehaltung der Richtung fort. Der asphaltierte Bereich endet bei einer Schranke; wir marschieren auf Rot (RWW 444) über eine Wiesenfläche weiter, die an ihrem höchsten Punkt einen schönen Rundblick bietet. Dann queren wir die Königsbühelstraße der Siedlung Eigenheim und folgen dem RWW 444 durch den Römerweg – auch nach einem kurzen Links-rechts-Knick bei der Hundskehle.

Nach dem Haus Römerweg 13 (Bildungswerkstätte) betreten wir neben einem Bio-Bauernhof mit Hofladen wiederum ein Waldstück und gehen zuerst ein Stück steil neben einem Drahtzaun bergauf. Danach biegen wir in diesem Laubwaldabschnitt links ab und wandern neben dem stark zerfurchten Hauptweg den roten Marken und dem Wegweiser „04“ folgend ca. 400 m bergan – bis zu einer breiten Forststraße, die nach rechts weiterzugehen ist. In einer Linkskurve verlassen wir die eben dahinführende Forststraße und damit den sanften Hügel des Hundskehlbergs auf einem schmalen, rot markierten Pfad nach rechts (Achtung: Markierung durch Holzstoß verdeckt). Wir gehen hier stetig bergab, überqueren ein Bächlein und treten nur wenige Minuten später aus dem Buchenwald an den Wiesenrain in der Nähe des Klosters St. Josef. Dort gönnen uns einen Rundblick auf das Laaber Tal, dessen Hauptort Laab im Walde uns zu Füßen liegt. Auf der breiten, asphaltierten Klostergasse spazieren wir talwärts auf den Ortskern zu. Nach einem Friedhof überqueren wir bei zwei Birken die Hoffeldstraße.

Abkürzung: An dieser Stelle kann man bei der Station „Friedhof“ einen Autobus besteigen, der zum Bahnhof Liesing fährt.

Wir gehen durch die Hauptstraße weiter, um nach 300 m die Pension Laaberhof zu erreichen, wo uns eine Einkehrmöglichkeit offensteht. (2 ¼ Std.).

Hinter der Pension beginnt die Mauerwaldgasse, in der wir nach dem verbauten Abschnitt auf die Forststraße Mauerwald treffen, der wir folgen und so einen Teil der Route rund um den Lainzer Tiergarten (Sternwanderweg 44) auf Rot beschreiten. Sobald wir die Mauer das erste Mal erblicken, halten wir uns rechts, weiterhin der roten Markierung folgend. Der in Teilen neu angelegte und aufgeschüttete Weg führt durch den Dorotheerwald eine Weile direkt an der Tiergartenmauer entlang (Einstiegspunkt mit Station Neptun des Maurer Planetenwegs), dann über ein kurzes, leider weiterhin von Mountainbikern verwüstetes Steigungsstück durch Laubwald und anschließend – wenn die Mauer etwas zurücktritt – niveaugleich über eine Wiese. Nach einem Steg gelangen wir wieder unmittelbar an die Mauer, gehen rechts weiter und kommen nach 400 m ohne schützende Bäume zum Gütenbachtor – dem südlichsten Eingang in das Naturschutzgebiet.

Über den davor gelegenen Parkplatz betreten wir wieder Wiener Boden und wandern die asphaltierte Gütenbachstraße entlang. Nach dem Haus Nr. 36 zweigen wir links auf einen grasbewachsenen Südhang ab, den wir schräg bergan gehen. Der Wiesenweg bringt uns in den Gemeindewald, durch den die mit weißen Steinen gekennzeichnete Schneise der 2. Wiener Hochquellenwasserleitung zu einem Wasserreservoir führt. 100 m danach dringen wir wieder in dichteren Wald ein und halten uns weiterhin an die rote Markierung sowie zuerst an die Tafeln „Rund um den Lainzer Tiergarten“ und dann bei einer Abzweigung Richtung Gasthaus zur Schießstätte. Wenige Minuten später erreichen wir dieses zwischen den Bäumen des Wilden Bergs (363 m) versteckte Lokal auch schon und können eine weitere Rast einlegen (siehe unten: „Am Wege“; 3 ½ Std.).

Auf der asphaltierten, für Privatfahrzeuge gesperrten Zufahrtsstraße verlassen wir die Gaststätte durch lichten Mischwald und kommen zum Parkplatz am Ende der Maurer Lange Gasse im Weinhauerort Mauer – einem weiteren Teil von Liesing, dem jüngsten Bezirk Wiens. Wir gehen jedoch nicht ins Ortszentrum hinunter, sondern biegen in die erste Seitengasse rechts ein. Am Ende der steilen Georgsgasse sehen wir ein auffälliges Gebäude emporragen: die Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit auf dem Sankt-Georgen-Berg (321 m), die 1974–76 nach einem Entwurf des österreichischen Bildhauers Fritz Wotruba erbaut wurde. Die Fassade setzt sich aus 152 asymmetrischen Betonquadern zusammen, die ein Gesamtgewicht von mehr als 4000 Tonnen ergeben.

Auf dem über einen schmalen Weg erreichbaren Plateau, das in unserer Gehrichtung hinter dem Sakralbau liegt, erwartet uns eine weitere Besonderheit: der Sternengarten, das Freiluftplanetarium des Österreichischen Astronomischen Vereins – eine außerirdisch anmutende Anlage, die unter Einbindung diverser Orientierungssäulen und -skalen seit 1997 der Vermittlung astronomischer Phänomenologie dient. Wir gehen am rechten Ende einer niedrigen Steinmauer vorbei und dann auf der anderen Seite dieser Mauer stadtwärts bis zu einem Schranken an der Kalksburger Straße, in deren Verlängerung wir rechts einbiegen. Nach etwa 200 m in einer beschaulichen Allee biegen wir gegenüber einem Spielplatz schräg links in den Wald ab und halten uns dann weiter links. So kommen wir bald an den Waldrand, wo wir einen herrlichen Südhang mit ausgedehnten Weingärten vor uns haben. Hier wandern wir etwa 100 m links weiter, bis wir den markanten Burgturm von Perchtoldsdorf deutlich erkennen können; nun verlassen wir auf einem sich senkenden Weg zwischen den Rebstöcken hindurch die Anhöhe. So gelangen wir bald auf eine gepflasterte Trasse zwischen den Weinkulturen, der wir nach rechts folgen. Wenn der feste Untergrund endet, erreichen wir ein langgestrecktes Plateau – die Himmelswiese, von deren höchstem Punkt aus sich wieder ein herrlicher Rundblick auf die südlichsten Bezirksteile Wiens bietet. Hier wenden uns nach links vom ausgetretenen Pfad ab, folgen in etwa der Richtung zur Burg Perchtoldsdorf und suchen die Stelle, an der die Rückseite einer rostigen Verbotstafel den Beginn eines schmalen Pfades durchs Gesträuch markiert. Auf ihm und dann am Rand des links angrenzenden Weingartens verlassen wir die Anhöhe und steuern die Zemlinskygasse von Kalksburg an.

Wir wandern die Zemlinskygasse nach links weiter. Gleich nach dem Haus Nr. 61 biegen wir rechts in die schmale, aus vielen Stufen bestehende Eisenberggasse ab, um hier in die Breitenfurter Straße abzusteigen, die wir gegenüber dem Haus mit der Nr. 507 erreichen. Wir gehen hier links, wechseln die Straßenseite und biegen in die Feldgasse ein, nur um sie gleich über die kurze Wiesmühlgasse zu verlassen. Letztere mündet in die Gasse An der Au, die wir nach rechts bis zum Ende weitergehen. Dort überqueren wir auf einem Steg die Reiche Liesing und landen in der Ketzergasse, in der wir uns nach links wenden.

An dieser Stelle stand einst das Rodauner Badhaus, dessen schwefelhältiges Wasser den Ruf genoss, heilende Wirkung zu besitzen. Ende des 19. Jh.s wurde die hier bestehende Gaststätte – der Stelzerhof – von den Besitzern zum „Wirtshaus von Österreich“ ausgebaut, das während des Ersten Weltkriegs als Kriegspressequartier diente und erst 1966 durch die bestehende Wohnhausanlage abgelöst wurde. Unmittelbar an diese Anlage schließt das Hoffmansthal-Schlössl an, das dem Dichter Hugo von Hofmannsthal viele Jahre als Wohnsitz diente.

Wenige Meter danach erreichen wir wieder die Kreuzung mit der Willergasse, wo am Beginn der Wanderung unser Aufstieg zur Bergkirche begann, und gehen die Ketzergasse zurück zum Ausgangspunkt (4 ¾ Std.).

AM WEGE

Folgt man vom Gasthaus zur Schießstätte aus dem Holzpfeil „Stadtwanderweg 6“, so kann man Österreichs einzigem ehemaligen Hornsteinbergwerk einen Besuch abstatten. Nach ca. 200 m in einem von Eichen, Buchen und Ahorn geprägten Waldstück erreichen wir eine Lichtung mit drei Sitzbalken. Im jetzt dicht verwachsenen Gelände dahinter wurden 1924 im Zuge der Schottergewinnung hier auf der Antonshöhe (356 m) Schächte und Stollen entdeckt, die offensichtlich von Menschenhand geschaffen worden waren. Werkzeugfunde ließen darauf schließen, dass an dieser Stelle in der jüngeren Steinzeit ein Bergbaubetrieb existierte, in dem Horn- und Feuerstein gefördert wurden. Dr. Josef Bayer, ein Direktor des Naturhistorischen Museums in Wien (sein Gedenkstein befindet sich unmittelbar vor dem Gasthaus), bemühte sich am Beginn der 1930er-Jahre um die Erforschung dieser Fundstätte. Nach einem Vandalenakt mussten die informativen Schautafeln bedauerlicherweise abmontiert werden; sie sind nun im Naturhistorischen Museum zu besichtigen.

Unser Wanderexperte, Herr Alexander Streiter, konnte weitere Wanderexperten für mauer.at gewinnen. Lesen Sie hier die Beschreibung einer großartigen Wanderung in den Föhrenbergen, die uns von Peter Hiess und Helmuth Singer zur Verfügung gestellt wurde. Dazu gibt es auch wunderschöne Fotos; Wanderung als PDF:

In den Föhrenbergen

Von Perchtoldsdorf zur Seewiese

Von Perchtoldsdorf führt der Wanderweg über weite Teile der Liechtenstein-Höhenstraße, einen der beliebtesten Höhenwege des südlichen Wienerwaldes. Ob man dem sagenumwobenen Teufelstein einen Besuch abstatten, sich in einem der Gasthäuser am Wegesrand verpflegen oder steile Übungswände für Bergsteiger bestaunen will – diese Route bietet jedem etwas.

WEGVERLAUF: Rundwanderung. Perchtoldsdorf – Parapluiberg (1 Std.) – Kugelwiese (45 Min.) – Seewiese (15 Min.) – Hans-Nemecek-Hütte (1 Std.) – Perchtoldsdorf (1 Std.)

DAUER: 4 Std., Variante 3 Std.

LÄNGE: 15,5 km, Variante 12 km

SCHWIERIGKEITSGRAD: trittfester Boden im Zuge der Höhenstraße, nach dem Wendepunkt naturbelassene, auch unmarkierte Abschnitte

WEGMARKIERUNGEN: unmarkiert, blaue Balken, rot-weiß-rote Balken mit „401“, „406“ und „41“, unmarkiert, rote Balken mit „444“, unmarkiert, rot mit „41“ und „448“, unmarkiert

EINKEHRMÖGLICHKEITEN: Franz-Ferdinand-Schutzhaus (Do. und Fr. Ruhetag), Kammersteinerhütte (Mo. und Di. Ruhetag), Teufelsteinhütte (März bis Juni und Sept. – Nov. an Sa., So. und Feiertagen geöffnet), Zum Salzstanglwirt auf der Kugelwiese (Di. und Mi. Ruhetag), Gasthaus Seewiese (Mi. und Do. Ruhetag), Hans-Nemecek-Hütte (fallweise an Sa., So. und Feiertagen geöffnet; mietbar), Buschenschenken in Perchtoldsdorf

ANFAHRT: • Mit der Bahn z. B. von Wien-Meidling bis Liesing, dort steigt man in den Postbus nach Gießhübl um (256). Aussteigestelle ist Perchtoldsdorf-Marktplatz.

  • Mit dem Auto über Wien-Liesing nach Perchtoldsdorf, das gleich außerhalb der Stadtgrenze liegt. Parkmöglichkeiten gibt es auf dem Marktplatz oder bei der Burg. Der Burgparkplatz ist über Hochstraße und Weingasse zu erreichen.

DER WANDERWEG

Am Marktplatz stehen wir unmittelbar vor dem zentralen Gebäudekomplex Perchtoldsdorfs, der gotischen Pfarrkirche St. Augustin (Baubeginn im 13. Jh.). Sie war einst in eine mächtige Wehranlage eingebunden, von der heute nur noch Teile vorhanden sind. Der 1521 fertiggestellte, 60 m hohe Wehrturm ist das Wahrzeichen der bekannten Weinbaugemeinde, die im Volksmund auch „Petersdorf“ genannt wird.

Wir bewegen uns auf die Pfarrkirche zu und gehen an der Martinikapelle, einem mittelalterlichen Karner, vorbei über den Burgvorplatz (Paul-Katzberger-Platz) vor dem Eingang zum unterirdisch angelegten Veranstaltungszentrum. Gegenüber befindet sich das einstige Wohnhaus des bekannten Anatomen und sozialen Wohltäters Josef Hyrtl (1810–1894), das ein Jugendzentrum beherbergt (Eingang bergseitig). Durch die Hyrtlgasse gelangen wir zum Begrischpark. Hier fällt gleich ein mächtiger Felsbrocken auf, der den Ausgangs- und Endpunkt mehrerer Weit- und Fernwanderwege markiert (WWW 401, WWW 406 und E4).

Wir spazieren zwischen Park und Parkplatz rechts weiter (Leonhardiberggasse), erreichen einen Gesamtschulkomplex, überqueren die Roseggergasse und stehen nach wenigen Metern vor der Kreuzkapelle. Rechts gewendet fällt die Heilandssäule von 1734 auf, die Teil eines alten Prozessionswegs auf den Leonhardiberg ist. Sie überragt ein Grünplateau – die Luisenruhe –, von wo sich ein großartiger Ausblick auf die südlichen Bezirksteile Wiens bietet.

Über die breiten Stufen des Angerersteigs verlassen wir nun die Anhöhe des Leonhardibergs in die Walzengasse hinunter, die wir nach links bergwärts schreiten. Nach dem Haus Nr. 46 biegen wir rechts in die Lohnsteinstraße ab. Auf Nr. 4 sehen wir ein Haus mit angedeutetem Fachwerk, in dem der bekannte Komponist Franz Schmidt von 1888 bis zu seinem Tod im Jahre 1939 wohnte. Nach einem zarten Linksbogen erreichen wir einen Autoparkplatz und gehen neben einer Ankündigungstafel des Weinbauvereins Perchtoldsdorf, auf der die derzeit „ausg’steckten“ Heurigenbetriebe angeführt sind, den Wiesenhang hinauf. Dieser Steig führt uns auf die Perchtoldsdorfer Heide und die auf diesem Abschnitt asphaltierte, für den öffentlichen Verkehr gesperrte Liechtenstein-Höhenstraße, die wir nach rechts in den Naturpark Föhrenberge weiterwandern.

Die vom Fürsten Liechtenstein angelegte Forststraße schlängelt sich zuerst in Serpentinen auf den 488 m hohen Bierhäuselberg, den östlichsten Gipfel des Höllensteinzuges südlich von Kaltenleutgeben. Sobald wir über uns ein Wasserreservoir inmitten einer Baumgruppe erkennen, halten wir direkt darauf zu, indem wir querfeldein gehen. Diese Variante empfiehlt sich auch deswegen, weil man auf der Heide possierliche Ziesel in freier Wildbahn beobachten kann.

Wir betreten dann wieder die Höhenstraße und marschieren an einem Rastplatz vorbei, nach dem der Asphaltbelag endet. In einem überwiegend aus Föhren bestehenden Waldstück führt die Straße leicht bergauf, bis wir etwa 500 m weiter in einer Linkskurve zu einem Kreuzungspunkt gelangen. Hier können wir uns entscheiden, entweder auf der Höhenstraße zu bleiben oder einem blau markierten Pfad (Richtung „Parapluiberg“) zu folgen. An einem kleinen Weiher – einem Froschparadies – führen die beiden Routen wieder zusammen. Nun wählen wir den schmäleren und steileren Weg Richtung „Franz-Ferdinand-Schutzhaus“.

Bald kommen wir zu einer weiteren Kreuzung, von der wir einen Abstecher zur Ruine Kammerstein machen können, die ca. zehn Gehminuten entfernt ist. Die Ruine ist der kümmerliche Überrest einer bereits 1290 zerstörten Festung der Herren von Perchtoldsdorf. Sind wir auf den Hauptweg zurückgekehrt, wandern wir weiter bergauf, um nach 250 m das Franz-Ferdinand-Schutzhaus zu erreichen, wo wir in 561 m Höhe auf dem Parapluiberg (= Vorderen Föhrenberg) eine erste Pause einlegen können (1 Std.).

Über die Zufahrt zum Schutzhaus setzen wir unsere Wanderung fort. Wir gehen an einer Spielwiese vorbei und biegen wieder in die Höhenstraße ein, die nun ziemlich eben zum Rastplatz Zaintal weiterführt, wo kurz danach ein Pfad links zur Kammersteinerhütte abzweigt, die nur wenige hundert Meter entfernt ist. Ein paar Schritte weiter stoßen wir auf eine Abzweigung des RWW 444, wo eine weitere rote Markierung „Zum Aufstieg zur Kammersteinerhütte“ weist. Die 578 m hoch gelegene Schutzhütte wurde 1912 auf dem Gipfel des Hinteren Föhrenbergs neben der 11 m hohen, nach Josef Hyrtl benannten Josefswarte errichtet. Hier befinden sich auch Kontrollpunkte des Wienerwald-Verbindungswegs RWW 444, des Nordalpenwegs WWW 401 und des Mariazeller Wegs WWW 406. Der Abstieg erfolgt dann auf dem rot markierten Weg in der Verlängerung des vorherigen Anstiegs (Hüttenzufahrt).

Wer statt der Kammersteinerhütte lieber die Teufelsteinhütte aufsuchen will, muss nach dem Rastplatz Zaintal noch kurz auf der Höhenstraße bleiben und dann beim entsprechenden Richtungsweiser rechts auf den 547 m hohen Teufelstein abzweigen. Diese Felskanzel des ehemaligen Herrgottsstuhls wurde der Sage nach vom wütenden Teufel in zwei Teile gespalten.

Nach dem Besuch einer der beiden Hütten folgen wir wieder der Höhenstraße und gelangen bald zu einer Waldandachtsstätte, die sich nur wenige Meter links neben der Straße zwischen den Bäumen befindet. Wir bleiben auf der ziemlich flach verlaufenden Liechtenstein-Höhenstraße und wandern zwischen Föhren- und Buchenhainen in Richtung Höllenstein weiter. Nach gut einem halben Kilometer erreichen wir mit dem Salzstanglwirt auf der Kugelwiese (neben dem gleichnamigen Rast- und Lagerplatz) eine weitere Einkehrmöglichkeit (1.45 Std.).

Die Höhenstraße steigt nach der Kugelwiese zunächst leicht an und bringt uns zu einem weiteren Rastplatz, der die Bezeichnung Predigerstuhl trägt.

Variante/Abkürzung: Am Predigerstuhl biegen wir links in die Forststraße ab und gelangen auf diesem großteils niveaugleich verlaufenden Weg nach ca. 20 Minuten zur Wegkreuzung vor dem Kardinalgraben, wo sich die Variante wieder mit der Hauptroute vereinigt. Auch die Hans-Nemecek-Hütte könnte man von hier in wenigen Minuten erreichen.

Im weiteren Verlauf der Höhenstraße tritt der Baumbestand immer mehr zurück, und wir bewegen uns auf sandigem Untergrund. Der letzte Abschnitt vor dem Gasthaus Seewiese steigt dann wieder deutlicher an. Im Garten des Lokals können wir uns dann bei einem Getränk oder einem kleinen Imbiss stärken (2 Std.).

Gut 400 m nach dem Lokal durchschneidet die Höhenstraße eine lang gestreckte Wiesenfläche, an deren Ende der Rastplatz Seewiese – unter einer besonders schönen Doppelföhre – den Wendepunkt unserer Wanderung markiert. Im Zurückwenden queren wir die Wiese und verlassen sie zum südlichen Waldrand hin. Hier erkennen wir einen weiß-rot markierten Pfad, der schräg rechts abgeht. Wir bleiben jedoch auf der unmarkierten Fortsetzung des Feldwegs und wandern unter einem dichten Blätterdach talwärts. Quer liegende Bäume und wild wuchernde Pflanzen sollten uns dabei nicht beeindrucken.

In etwa 1,5 km Entfernung vom Rastplatz treffen wir unmittelbar vor dem Wassergsprengfelsen – einer Übungsmöglichkeit für Kletterer – wieder auf den RWW 444, der hier mit der breiten Forststraße gleichläuft. Wir wenden uns hier nach links, passieren den Rastplatz Schneerosenbründl und marschieren in einem weiten Linksbogen nordwärts. Nach wenigen hundert Metern verlassen wir die breite Straße nach rechts in den sogenannten „Finsteren Gang“, einen schmalen, unmarkierten Weg, der unter Buchen und auf „ungeräumtem“ Terrain immer markanter ansteigt. Zwischen den Bäumen kann man rechter Hand hin und wieder die Gießwände, ebenfalls ein Trainingsobjekt für Kletterer, durchschimmern sehen.

Kurz bevor der Pfad in eine breite Forststraße mündet, halten wir uns im dichten Föhrenwald scharf rechts und kommen nach ca. 200 m zur Hans-Nemecek-Hütte der Wiener Gebirgsfreunde, einem Stützpunkt für Kletterer, die ihrem Hobby in den Gießwänden nachgehen. Der Blick von der 1950 erbauten Hütte nach Süden – Richtung Gießhübl – ist prächtig (3 Std.).

Das Gesträuch am oberen Wiesenrand entlang wenden wir uns nun der Forststraße (Hochstraße) zu, die sich von Gießhübl heraufzieht, und betreten hier wieder den Wald, wobei wir uns an die Markierungen mit den Nummern „41“ und „448“ halten und den Rastplatz Hochstraße passieren. In einer Linkskurve der Straße treffen wir auf einen Orientierungsbaum, wo Wege in diverse Richtungen führen (Ende oben angeführter Variante).

Wir erkennen Holzpfeile, die geradeaus bzw. nach links zeigen. Unser Rückweg nach Perchtoldsdorf führt hingegen nach rechts, wo uns ein Schild darauf hinweist, dass dieser Wanderweg wegen Totholzbewahrung nicht mehr gepflegt wird und auch die Markierungen entfernt wurden. Der nun folgende Abschnitt des Kardinalgrabens wird nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt und das Totholz sich selbst überlassen, was zur Folge hat, dass man auch hier verstärkt mit querliegenden Stämmen und Ästen zu rechnen hat. Anstatt aus Sicherheitsgründen den Wanderweg auszuholzen, hat man sich seitens der Gemeinde dazu entschlossen, dem natürlichen Wachsen und Sterben der Bäume den Vorzug zu geben. Ungeachtet dessen kann man weiterhin „auf eigene Gefahr“diesen Waldabschnitt betreten und durchwandern. Interessante Naturbeobachtungen sind jedenfalls garantiert.

Nach etwa 1,5 km auf diesem extrem schattigen und laubbedeckten Abschnitt, in dem in einer Art Schildbürgerstreich die Markierungen schwarz und grau übermalt wurden (und somit trotzdem die richtige Route anzeigen), öffnet sich der dichte Wald und gibt den Blick auf Weinrieden frei. Wir wählen den linken Ast der asphaltierten Straße und biegen nach 30 m gleich links ab. Nach einem kurzen Steigungsstück gelangen wir bei der Aussichtsplattform „Perchtoldsdorfer Weitblick“ zum Haspelweg, auf dem wir die Föhrenberge verlassen und durch die Rieden auf Perchtoldsdorf zugehen.

Wenn wir etwa in Höhe der gemauerten Hüterhütte unseren Blick nach links schweifen lassen, erspähen wir am Hang einen wenige Meter hohen Felsen, der auffällig hell erscheint – den sogenannten Weißen Stein. Es handelt sich hier um eine alte Kultstätte, da nach alter Vorstellung die Farbe Weiß das Symbol jener Gottheiten ist, die das Böse abwenden. Der Legende nach wurde hier ein Weinhüter, der zur Erntezeit die Rebstöcke bewachte, bei einem Überfall schwer verletzt. Als er aber rechtzeitig entdeckt und gerettet werden konnte, trug man ihn im Triumphzug auf den Marktplatz. Dieses Ereignis soll der Ursprung des „Hütereinzugs“ sein, der noch heute alljährlich stattfindet. Jeden Frühling wird der Weiße Stein erneut mit Kalk bestrichen, um die alte Tradition fortzusetzen.

Der Haspelweg mündet in die Elisabethstraße, die uns zum südlichen Ende des Marktplatzes von Perchtoldsdorf bringt. Zweigt man jedoch bei Nr. 79 links in die Höhenstraße ab, so gelangt man über den Sportplatz und den Begrischpark wieder zur Burganlage, die nicht zu verfehlen ist (4 Std.).

In einer der Buschenschenken in der Nähe des Marktplatzes können wir vor der Heimfahrt noch in aller Ruhe einen Schluck Wein aus den Reben der eben durchwanderten Weingärten zu uns nehmen.

AM WEGE

Die Ziesel, die wir kurz nach Beginn unserer Wanderung auf der Perchtoldsdorfer Heide beobachten können, gehören zur Gattung der Bodenhörnchen und leben in einer Kolonie, die für Österreich fast einmalig ist – weitere namhafte Populationen sind nur noch im Seewinkel, im Marchfeld und im Tullner Feld bekannt. Die Nager benötigen zum Überleben niedrige Vegetation (Wiesen, Weingartenraine) und tiefgründige Böden, in die sie ihre ausgedehnten unterirdischen Höhlensysteme graben können. Bis zu sechs Monaten verbringen sie unter der Erde im Winterschlaf. An warmen Märztagen wagen sich dann die ersten Exemplare ans Tageslicht. Etwa 25 Tage nach der Paarung im Frühjahr bringen die Weibchen zwei bis acht Junge zur Welt. Die Tiere ernähren sich vornehmlich von Pflanzen und Insekten, werden aber auch von den vielen Ausflüglern mit Nüssen und Obst gefüttert, was durch ein eingezäuntes Areal unterbunden wird. Durch die Aufgabe der Weidewirtschaft zugunsten des Ackerbaus kam es in Mitteleuropa in den letzten Jahrzehnten zu einer starken Abnahme der Bestände. In den Steppengebieten Nordamerikas und Asiens sind Ziesel aber nach wie vor zahlreich anzutreffen.

Die Mauer für „arme Schlucker“

Rund um den Lainzer Tiergarten

Die Mauer um den berühmten Naturpark ist das bestimmende Element dieser Tour, die über weite Etappen „an der Wand lang“ verläuft. Über die Mauer hinweg bieten sich interessante Blicke auf die üppige Vegetation des Naturschutzgebiets. Die längste Tour dieses Führers ist für Wanderer geeignet, die gern kilometerweit märchenhafte Waldgebiete durchstreifen.

WEGVERLAUF: Rundwanderung. Hütteldorf (U-Bahn) – Betriebsumkehr der Autobahnmeisterei (1 Std.) – Laaber Tor (1 ¼ Std.) – Schießstätte (1 Std.) – Zur Wildsau (1 Std.) – Hütteldorf (45 Min.)

 VARIANTE 1: Hütteldorf (U-Bahn) – Rohrhaus (1 ¼ Std.) – Hirschgstemm (30 Min.) – Laaber Tor (30 Min.)

 VARIANTE 2: Laaber Tor – Hirschgstemm (30 Min.) – Hubertuswarte (15 Min.) – Rohrhaus (15 Min.) – Nikolaitor/Hütteldorf (1 Std.).

 Die Varianten sind nur während der Öffnungszeiten des Tiergartens begehbar (Anfang Februar bis Anfang November).

 DAUER: Bei einem Gehtempo von 5 km/h etwa 5 Std., Varianten 4 bis 5 Std.

 LÄNGE: Start U-Bahn: 24,5 km, Variante 1: 23 km, Variante 2: 20,5 km; Start Nikolaitor: 23,5 km, Variante 1: 22 km, Variante 2: 19 km

 SCHWIERIGKEITSGRAD: Aufgrund der Länge und der nur spärlich vorhandenen Einkehrmöglichkeiten – das erste Lokal wird erst nach 16 km erreicht – ist diese Tour nur für geübte Wanderer ein Genuss.

 WEGMARKIERUNGEN: Rot-Weiß-Rot mit „44“, braune Tafeln „Rund um den Lainzer Tiergarten“; auf den Varianten hölzerne Pfeiltafeln

 EINKEHRMÖGLICHKEITEN: Gasthaus zur Schießstätte (Mi und Do Ruhetag, im Winter nur am Wochenende geöffnet), Gasthaus Lindwurm (Fr Ruhetag), Heurigenschenke „Zur Wildsau“ (im Sommer kein Ruhetag); auf den Varianten: Hirschgstemm (Mo Ruhetag) und Rohrhaus (kein Ruhetag).

 ANFAHRT: • Mit der U-Bahn-Linie 4 bis zur Endstelle Hütteldorf; über den Ausgang Hadikgasse und den Hackinger Steg den Wienfluss zum 13. Bezirk hin überqueren; dann nach rechts die Promenade neben der Westeinfahrt bis zur Stampfergasse (ca. 500 m), durch diese in die Auhofstraße; dort nach rechts bis zur Nikolausgasse, die zum Nikolaitor führt.

  • Mit dem Auto über die Wiener Westausfahrt Richtung A1; kurz nach Unterquerung von U-Bahn-Brücke und Hackinger Steg nach links über die Hütteldorfer Brücke in den 13. Bezirk abbiegen (letzte Abbiegemöglichkeit vor der Autobahn!). Die kurze Rußpekgasse mündet in die Auhofstraße, in die rechts einzubiegen ist, um nach 400 m die Nikolausgasse erreichen zu können, die direkt zum Nikolaitor und in die Himmelhofgasse führt, wo ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen.

 HINWEIS: Die naturbelassenen Wegpassagen (ca. die Hälfte der Distanz) sind nach Niederschlägen oft recht rutschig und morastig, so dass sich die Wanderung eher während längerer Trockenperioden empfiehlt.

 DER WANDERWEG

 Variante 1: Wer sich den mühsameren Teil dieser Wanderung ersparen und stattdessen durch den Lainzer Tiergarten spazieren will, betritt den Biosphärenpark gleich durch das Nikolaitor und durchquert ihn dann – in umgekehrter Reihenfolge gegenüber der Variante 2 – über die Stationen Rohrhaus – Hubertuswarte – Hirschgstemm – Dianator bis zum Laaber Tor; danach setzt man die Route außerhalb der Tiergartenmauer fort.

Vor dem Nikolaitor des Lainzer Tiergartens wenden wir uns durch die verlängerte Himmelhofgasse Richtung stadtauswärts. Der erste Abschnitt der Wanderung verläuft neben der leider äußerst lärmigen Wiener Westeinfahrt, ist aber von herrlichen Kastanien gesäumt. Wir passieren im Zuge der Hofjagdstraße das Umspannwerk Wien-West in Auhof. Die Tiergartenmauer tritt in diesem Bereich hinter die Anlage und eine Kleingartensiedlung zurück, wird aber nach dem Forsthaus Auhof beim Pulverstampftor wieder erreicht. Wir gehen hinter einer verlassenen Tankstelle, dem Hotel „Lenas West“ und dem anliegenden Parkplatz vorbei und unterqueren gut 500 m danach die Westautobahn, womit wir den Nahbereich der Mauer für etwa 2 km verlassen.

Nach einem Wildschutzzaun und einem Gittertor biegen wir im Bezirksteil Weidlingau autobahnseitig links ab. Wir durchschreiten ein lichtes Waldstück; nach dem nächsten Kreuzungspunkt überqueren wir eine Schneise unter Hochspannungsleitungen und bewegen uns im nächsten Waldstück leicht bergauf. Hier sind rechts hinter Sträuchern Mauerreste zu erkennen, die daran erinnern, dass dieses Gelände vor dem Autobahnbau Teil des Lainzer Tiergartens war. Bei der Adresse Leischinggasse 4 treten wir schließlich aus dem Wald. Wir halten uns links auf dem leicht ansteigenden Fahrweg der verlängerten Gasse und passieren dann freies Gelände grob im Verlauf der Stromleitungen, bis wir zu einem Wildschutztor vor der Betriebsumkehr der Straßenmeisterei gelangen, wo wir auf einer Brücke die Westautobahn überqueren (1 Std.).

Der Pfad (Nr. 44) zweigt nun nach links (Richtung „Dreihufeisenberg/Laab“) ab. Wir gehen durch ein schmales Zauntor und dann die nächsten Kilometer nahe an der Tiergartenmauer entlang, die gleichzeitig die Wiener Stadtgrenze darstellt. Nach der lang gestreckten Glasgrabenwiese dringen wir in urwüchsigen Laubwald ein und nehmen den recht anspruchsvollen Aufstieg zum höchsten Punkt des Lainzer Tiergartens in Angriff. Am Ende der beträchtlichen Steigung befindet sich die Selbstkontrolle Dreihufeisenberg des Sternwanderwegs 44 in 518 m Höhe.

Den Gipfel selbst erreichen wir allerdings erst 700 m danach, und zwar an jener Stelle, wo die Mauer scharf nach links abknickt. Der folgende gemütliche Abschnitt bietet etwas Erholung von der vorangegangenen Strapaze: Wir marschieren unter freiem Himmel auf einer breiten Forststraße (Sulzwiesenstraße) in Serpentinen sanft bergab und verlassen dabei wieder den Nahbereich der Mauer. An der nächsten Wegkreuzung wählen wir den talwärts führenden Ast; bei der folgenden T-förmigen Kreuzung halten wir uns links. Etwa 500 m weiter kommen wir zum Laaber Tor oder Dianator, das 1966 errichtet wurde, als – zum Ausgleich für die Flächenverluste durch den Autobahnbau – ein Teil des Gemeindegebiets von Laab im Walde dem Tiergarten eingegliedert wurde (2 ¼ Std.).

Abkürzung: Vom Laaber Tor abgewendet geht man ins Zentrum von Laab und von dort weiter zur Autobusstation „Friedhof“, von der aus eine Verbindung zum Bahnhof Liesing besteht.

Variante 2: Durch das Laaber Tor betreten wir den Tiergarten (Öffnungszeiten beachten! – siehe „Ein letztes Stück ,Urwald‘“). Auf der Asphaltstraße passieren wir das Alte Dianator – das bis 1966 als Eingang diente – mit dem dortigen Jagdhaus und erreichen bald die Gaststätte Hirschgstemm, die für ihre Wildspezialitäten bekannt ist.

Von hier aus wählen wir den Weg Richtung „Rohrhaus“ und verlassen die Straße, um den 508 m hohen Kaltbründlberg zu ersteigen. Von der Hubertuswarte auf dem Gipfel können wir einen schönen Rundblick genießen. Der Abstieg bringt uns dann zum Rohrhaus, einer weiteren beliebten Einkehrmöglichkeit. In den Gastgarten können sich gelegentlich auch Wildschweine verirren.

Wir bleiben auf den Naturwegen und schlagen die Richtung zum „Wienerblick“ ein. Nach ca. 1 km weist eine Tafel nach rechts zu eben diesem Aussichtspunkt auf der Baderwiese, der einen herrlichen Panoramablick auf Wien eröffnet. 2002 stattete das japanische Kaiserpaar dem Lainzer Tiergarten einen Besuch ab; der Tenno-Kogo-Stein auf der Baderwiese erinnert bis heute an dieses Ereignis. Links und recht des Denkmals wurden japanische Lärchen gepflanzt.

Anschließend setzen wir unsere Wanderung auf dem nun wieder bergab führenden Hauptweg fort, gehen aber nicht zum (geschlossenen) Adolfstor, sondern halten auf das Nikolaitor zu. Nach einer letzten kurzen Steigung auf dem Hagenberg senkt sich der geschotterte Weg zum Wiental hin. An der Sankt-Nikolai-Kapelle aus dem 13. Jh. vorbei gelangen wir schließlich zum Nikolaitor und damit zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

(Fortsetzung nach Variante 1) Der Abschnitt nach dem Laaber Tor (Mauerwaldstraße der Österreichischen Bundesforste) verläuft durch einen Mischwald aus Buchen, Eichen und einzelnen Föhren und ist eindeutig markiert. Bei einem Sendemasten knickt der Weg nach links zum Gütenbachtor ab (Pappelteichstrecke für Biker). Wir erreichen bald eine Senke, in der wir die durch weiße Markierungssteine gekennzeichnete Trasse der 2. Wiener Hochquellenwasserleitung queren. Bald darauf schwenkt der Weg wieder zur Mauer hin (Station Neptun des Planetenwegs), die nach zwei Holzstegen einen deutlichen Linksknick macht. Dieser Abschnitt auf feuchtem Waldboden ist in Teilen neu angelegt und aufgeschüttet, doch ansonsten fast immer von Mountainbikes zerfurcht, schlammig und nur unter Schwierigkeiten begehbar. Nun geht es ein Stück leicht bergauf; wenn die Mauer etwas zurücktritt, verflacht der Anstieg und wir treten aus dem Dorotheerwald auf eine langgestreckte Wiesenfläche, die wir überqueren.

Beim nächsten Unterstand mit Kontrollstelle gelangen wir wieder zur Mauer, neben der wir die nächsten zehn Minuten entlanggehen, bis wir auf den Parkplatz vor dem Gütenbachtor gelangen. Wir wandern auf der asphaltierten Gütenbachstraße weiter. Nach dem Haus Nr. 624 an der linken Straßenseite dehnt sich eine südhängende Wiese aus, über die wir zum Wald hin aufsteigen. Am Waldrand finden wir einen steinigen Weg, der wieder von weißen Markierungssteinen begleitet wird und in einer Schneise an einem Wasserbehälter der Hochquellenwasserleitung vorbeiläuft. Bald danach dringen wir in einen dichten Eichenhain ein, durch den wir leicht bergan das erste Lokal an der Strecke erreichen: das Gasthaus Schießstätte, in dessen Garten wir eine Rast einlegen können, um uns zu erfrischen (3 ¼ Std.).

An einem Gedenkstein vorbei, der an Dr. Josef Bayer (1882–1931) – einen ehemaligen Direktor des Naturhistorischen Museums in Wien – erinnert, setzen wir die Wanderung auf einem zunächst markierungslosen Pfad fort. Wenn wir einen breiteren Weg erreichen, gehen wir auf diesem nach links und gelangen so wieder zur Mauer, der wir wieder nach rechts folgen. Nach fast 1 km erreichen wir den Ausgangspunkt des Maurer Planetenwegs (Sonne) und passieren einen Parkplatz am Ende der Wittgensteinstraße und das Wasserreservoir der 2. Hochquellenleitung. Wir wenden uns nach links in die erste Quergasse (Modl-Toman-Gasse) und spazieren auf deren Verlängerung über die stark abfallende Treumanngasse in die Lainzerbachstraße und zum Lainzer Tor.

Abkürzung: Vor dem Lainzer Tor befindet sich die Endstelle der Buslinie 55A. Von hier aus kann man zur Speisinger Straße fahren, wo es einen Anschluss der Straßenbahnlinie 60 in Richtung Hietzing/U-Bahn gibt.

Vom Tor abgewendet kommen wir in die Hermesstraße, die wir aber gleich nach dem Haus Nr. 68 über eine schmale Treppe linker Hand zum Kleinen Ring hin verlassen. Diesem folgen wir nach links und gelangen so zwischen den Häusern der Siedlung Friedensstadt zur Jenbachgasse, in die wir links einbiegen. Nach dem letzten Haus der Gasse gehen wir durch ein Gittertor, durchqueren kurz einen Teil des Hörndlwalds und stoßen am gegenüberliegenden Eingang auf das obere Ende der Josef-Lister-Gasse, die wir gleich wieder nach links verlassen. Anschließend marschieren wir auf einem überwiegend asphaltierten Weg zwischen der Tiergartenmauer und einer Kleingartensiedlung dahin, der uns zum Sankt-Veiter-Tor bringt.

Abkürzung: Wer die Wanderung hier beenden will, geht vom Sankt-Veiter-Tor 100 m zur Wendestelle der Buslinie 54A. Der Bus fährt zur U4-Station Ober-Sankt-Veit.

200 m weiter senkt sich der Weg stark zu einer Maueröffnung und einem davor liegenden Steg. Danach führt ein unscheinbarer Pfad nach rechts, wo wir nach 50 m das Gasthaus Lindwurm erreichen und dort erneut rasten können. Nach diesem Abstecher kehren wir zur Mauer zurück, an der sich unsere Route fortsetzt. Nach weiteren 400 m bietet sich mit der Heurigenschenke „Zur Wildsau“ eine weitere Einkehrmöglichkeit, von deren Garten ein wunderbarer Blick auf Wien möglich ist (4 ¼ Std.).

Unmittelbar nach dem Lokalparkplatz kommen wir an einigen Neubauten vorbei. Nachdem wir einem Linksknick der Mauer gefolgt sind und einen weiteren Steg überquert haben, können wir uns entscheiden, ob wir an der Mauer bleiben oder mehr rechts eine Wiese entlanggehen wollen, um uns einen Rundblick auf die westlichen Bezirksteile Wiens zu gönnen. Danach verläuft der Weg wieder direkt neben der Mauer und am oberen Rand von Kleingartensiedlungen entlang, bis wir zum (geschlossenen) Adolfstor kommen.

Nach dem Tor folgt ein letzter – steiler, aber kurzer – Anstieg auf engen Serpentinen zum innerhalb der Mauer gelegenen Hagenberg (406 m) hin. Nach dem höchsten Punkt gelangen wir bald an den Rand der Himmelhofwiese. Kurz darauf erreichen wir den Mast der Sendeanlage Himmelhof. Von hier aus können wir wieder das herrliche Panorama der Wienerstadt auf uns wirken lassen, ehe wir uns an den Abstieg über die 428 Stufen der Markwardstiege am Ende des Carolawegs wagen. Wir landen in der Himmelhofgasse, bleiben an der Mauer und stehen nach ca. 400 m wieder vor dem Nikolaitor (5 Std.).

Wer direkt zur U-Bahn will, geht nach der Markwardstiege rechts die Erzbischofgasse weiter und benützt den Abgang bzw. weitere Stufen der Lilienberggasse. Nach Querung der Auhofstraße erreichen wir den Hackinger Steg, der zur U-Bahn-Station Hütteldorf führt.

Ein letztes Stück „Urwald“

Ein „Auhof“ – so der frühere Name des heutigen Lainzer Tiergartens – wurde 1270 erstmals urkundlich erwähnt. Schon damals wurden seine Waldungen als Jagdgebiet genützt; auch über die Einrichtung von Schwarz- und Rotwildgehegen wurde berichtet. Seit 1457 ist die Existenz eines „Tier- und Saugartens“ zu Laab im Walde erwiesen. Mitte des 16. Jh.s wurde der Auhof zum kaiserlichen Hofjagdgebiet ernannt und später mit einem Holzzaun eingegrenzt.

Unter Kaiser Josef II. sollte eine Mauer den Zaun ersetzen – unter anderem, um die umliegenden Bauernhöfe vor umherstreifenden Wildtieren zu schützen. Der Bauauftrag wurde öffentlich ausgeschrieben. Das Offert des Maurers Philipp Schlucker (1747–1820) für die extrem lange Mauer (Johann Nestroy nannte sie scherzhaft „das Junge der chinesischen Mauer“) war mit einem Sechstel des von den Stadtbaumeistern veranschlagten Preises so verblüffend günstig, dass man allgemein annahm, der Mann habe sich verkalkuliert. Schlucker wurde vom Kaiser mit der Aufgabe betraut und errichtete von 1782 bis 1787 mit Freunden eine 24 km lange Ziegelmauer. Das Volk glaubte, dass sich der „arme Schlucker“ durch diesen Auftrag an den Bettelstab bringen würde, woraus sich die heute noch übliche Bezeichnung für einen wenig begüterten Menschen ableitet. Trotz aller Unkenrufe führte Schlucker die Arbeit zur Zufriedenheit des Herrschers aus, der den Maurer dafür sogar ein Stück Land schenkte und ihn auf Dauer in seine Dienste nahm.

In den Jahren 1882 bis 1886 erfolgte im Tiergartenareal der Bau der Hermesvilla, eines Schlösschens für Kaiserin Elisabeth, das von Carl Hasenauer entworfen wurde. Heute befindet sich in dem nach 1945 stilgerecht restaurierten Gebäude ein Café-Restaurant (Mo Ruhetag); außerdem werden hier vom Historischen Museum der Stadt Wien (das seit einigen Jahren den bindestrichlosen Namen „Wien Museum“ trägt) regelmäßig Sonderausstellungen veranstaltet.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam der Naturpark in den Besitz der öffentlichen Hand und wurde 1919 allgemein zugänglich gemacht. 1937 erwarb die Gemeinde Wien den Lainzer Tiergarten und erklärte ihn 1941 zum nun einzigen Naturschutzgebiet der Bundeshauptstadt. Seit 1974 ist der Eintritt in das etwa 25 Quadratkilometer umfassende Areal kostenlos.

Den Besuchern des Geländes stehen 80 km Wanderwege, zahlreiche Kinderspielplätze und Lagerwiesen zur Verfügung. Eine besondere Attraktion für Jung und Alt sind die vielen Tiere, denen der Naturpark seinen Namen verdankt. Einige von ihnen werden in Gehegen gehalten – in der Nähe des Lainzer Tors kann man Damhirsche, Mufflons, Wildpferde und Auerochsen bestaunen –, andere tummeln sich auf freier Wildbahn. Aufmerksame und ruhige Spaziergänger treffen immer wieder auf Hirsche, Rehe und Wildschweine. Letztere sind zwar bei Landwirten als Schädlinge gefürchtet, lockern im Lainzer Tiergarten jedoch durch ihre „Wühlarbeit“ den Boden auf und verbreiten die Samen von Waldpflanzen.

Leider ist der 2500 Hektar große Biosphärenpark Lainzer Tiergarten aber kein Paradies für Tiere. Die Wilddichte ist dank aktiver Anfütterung viel zu hoch, und der Spaziergänger ahnt beim Anblick der vielen Wildgatter und Hochsitze schon, was hier los ist: 1400 der Tiere werden hier jährlich einzeln oder im Rahmen von Treibjagden geschossen. Dass der Park wegen „Winterruhe“ für Pflanzen und Tiere monatelang geschlossen bleibt, ist nicht mehr als ein Vorwand – in dieser Zeit richtet die Wiener Magistratsabteilung 49 ihre jährlichen Großjagden aus, bei der viele Wildtiere zum Teil qualvoll ums Leben kommen.

Die urwüchsige Vegetation des Naturschutzgebiets zeichnet sich durch prächtige, weitgehend naturbelassene Buchen- und Eichenbestände aus. Im Bereich des Johannser Kogels läuft zudem seit den Siebzigerjahren ein Forschungsprojekt, das vorsieht, ein bestimmtes (eingezäuntes) Areal völlig der Natur zu überlassen. In diesem Stück „Urwald“ können die Wissenschaftler Flora und Fauna – abgesehen von allgemeinen Umwelteinflüssen vom Menschen ungestört – beobachten.

Öffnungszeiten des Lainzer Tiergartens: Das gesamte Areal ist von Anfang Februar bis ca. Allerheiligen täglich ab 8 Uhr bis zum Einbruch der Dämmerung (spätestens 21 Uhr von Mai bis August) zugänglich. Die genauen Zeiten sind an den Toreingängen angegeben. Der Zutritt ist über Lainzer Tor, Sankt-Veiter-Tor, Nikolaitor, Pulverstampftor, Laaber Tor und Gütenbachtor möglich.

Der Bereich um die Tiergehege bis zur Hermesvilla – der sogenannte Hermesvilla-Park – ist nur vom Lainzer Tor aus auch während der übrigen Zeit zugänglich. Die Mitnahme von Hunden und Fahrrädern ist im gesamten Tiergartenbereich untersagt.

Genauere Informationen unter www.lainzer-tiergarten.at

Fotos

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Hier ist eine neue Wanderung von Wanderexperten Alexander Streiter:

Vom Bahnhof Wien Liesing fahren wir mit dem Autobus bis zur Haltestelle Laaber Spitz, wechseln auf die andere Straßenseite und gehen, unserem Bus folgend,  die Hauptstraße entlang, bis wir die Waldstraße erreichen. Wir biegen links ein und gehen weiter bis ans Ende der Waldstraße, wo wir rechts in der Enzmannstraße weitergehen. Sobald wir die Kreuzung mit der Buchengasse erreicht haben, wenden wir uns scharf nach links und gehen die Buchengasse aufwärts, bis uns rote Marken aufnehmen, die uns in weiterer Folge zur beliebten Wienerhütte hochbringen, wo wir erste Einkehr halten können. Nun geht es entlang blauer Marken am sogenannten „Grenzweg“, der die Grenzlinie zwischen den Politischen Gemeinden Breitenfurt und Kaltenleutgeben bildet, in ungefähr südwestlicher Richtung weiter. Über die Wiener Quelle, das Rote Kreuz und den Lattermaißberg kommen wir, durch wohltuenden  Eichenwald spazierend, hinunter zur „Wald-Sportanlage des ASK Kaltenleutgeben“. Hier nehmen uns wieder rote Marken auf, die uns westwärts, also nach rechts führen. Wir gelangen über die Helenenquelle zum Waldrastplatz  „Sieben Eichen“. Von dort marschieren wir, weiterhin durch reizvollen Wald und stets der roten Markierung folgend, zunächst am Hinteren Gernberg, dann am Eichberg und schließlich am Vorderen Wöglerberg vorbei und erreichen einen hübschen, am Waldrand gelegenen, Bildstock. Wir begehen den Feldweg nach links bis wir zu der von der Stangau heraufführenden Autostraße gelangen. Auf der Autostraße geht es rechts weiter  Richtung Hochroterd, bis wir, angesichts einer ausgeprägten Rechtskurve, einen rot markierten Waldweg betreten, der uns geradeaus hochführt. In kurzer Zeit haben wir wieder die Autostraße erreicht (in diesem Bereich „Sulzerstraße“ benannt) und gelangen bald, der Hochroterdstraße nach  links folgend, zum Gasthof „Zur schönen Aussicht“, einer weiteren beliebten Einkehrmöglichkeit. Wir unternehmen nun einen kurzen Abstecher zum nahe gelegenen Kaiserstein, von wo sich eine üppige Gipfelschau auf vieles was in den Voralpen und im Wienerwald Rang und Namen hat ergibt (Hoher Lindkogel, Dürre Wand, Unterberg, Schneeberg, Hocheck, Schöpfl). Nachdem wir zur Hochroterdstraße zurückgekehrt sind, führt uns unser Weg weiter Richtung Breitenfurt und wir erreichen entlang der  Heiligenkreuzer Straße und eines von der  Heiligenkreuzer Straße links abzweigenden Karrenweges („Am Großboden“) die Paßhöhe des Kleinen Semmering. Hier biegen wir rechts in die Wolfsgrabenstraße ein, um diese kurz darauf nach links durch die Annagasse zu verlassen. Wir gehen die Annagasse entlang, bis wir am Waldrand vor dem  sagenumwobenen Annenkreuz stehen. Jetzt geht es rechts im Wald und später aussichtsreich am Waldrand weiter, bis wir den Hochstöcklberg, am Saum einer wunderschönen Wiesenlandschaft gelegen, erreicht haben (Strommast). Wir erfreuen uns an einem phänomenalen Rundblick auf eine  Landschaft mit typischem  Wienerwaldcharakter (Roppersberg, Laabersteigberg, Dreihufeisenberg, Kaltbründlberg). Weiter geht es in ungefähr südöstlicher Richtung über eine Wiese, anschließend durch Jungwald auf einem engen Pfad, der neben dem unauffälligen Gipfel des Plattenberges vorbeiführt, nachher entlang einer nach Breitenfurt hin aussichtsreichen Wiese bis zur Siedlung am Sperrberg. Beim ersten Haus links in den Wald, an Gartenzäunen vorbei, leicht ansteigend, zu einem Wasserbehälter. Unmittelbar vor dem Wasserbehälter scharf links ab und auf einem Waldpfad weiter bis der unscheinbare Gipfel des Sperrberges erreicht ist (ein leicht zu übersehender Gipfelsteinmann aus Sandstein befindet sich rechts, etwas abseits vom Weg). Auf dem Waldpfad geht es geradeaus weiter. Ein blau markierter Wanderweg, der an dieser Stelle auf einer Forstraße von Breitenfurt heraufführt, wird unmittelbar bei einem Wegkreuz überquert. Geradeaus geht es auf einem Forstweg weiter, in den dichten Wald hinein, und hoch. Auf einer bewaldeten Kuppe scharf links ab und weiter durch Wald zum Hinteren Steingrabenberg, dessen Gipfel durch einen überaus mächtigen Gipfelsteinmann gekennzeichnet ist. In annähernd östlicher Richtung marschieren wir auf gutem Pfad weiter, gehen eine ausgeprägte Waldschneise hoch und zweigen angesichts einer eingezäunten Wiederaufforstungsfläche schräg links in dichten Wald ab. Wir verfehlen nicht, den schon ziemlich zugewachsenen Pfad aufzufinden, der uns in kurzer Zeit zum Gipfel des Hundskehlberges bringt (Gipfelsteinmann). Ein wenig abseits vom Gipfelsteinmann ergibt sich eine schöne Aussichtsmöglichkeit auf Laab im Walde und den Lainzer Tiergarten. Beim nun folgenden Abstieg entlang des Bergrückens, in beiläufig östlicher Richtung, kommen wir linker Hand überraschend an einem weiteren wunderschönen Steinmann vorbei. Wir überschreiten  eine Forststraße. Rote Marken nehmen uns auf, denen wir, unsere bisherige Gehrichtung zunächst beibehaltend,  weiter abwärts zum „Haus Königsbühel“, früher das Erholungsheim der Staatsdruckerei, heute Seminarzentrum (Bildungswerkstatt), folgen. Durch Siedlungsgebiet, dabei den Römerweg und die Königsbühelstraße beschreitend, gelangen wir zu einer nahe dem Königsbühel gelegenen Wiesenfläche, durch die wir aussichtsreich abwärts wandern und auf die Georg-Sigl-Straße treffen. Bald haben wir das Gasthaus Grüner Baum in der Hirschentanzstraße, eine alte Gaststätte der Herrschaft Rodaun, deren Geschichte sich bis in die Zeit vor 1676 zurückverfolgen läßt, erreicht. Hier können wir uns zum letzten Mal stärken, bevor wir von der nahe gelegenen Bushaltestelle zurück nach Liesing fahren.

ZUM 60-JÄHRIGEN

REGIERUNGS-JUBILÄUM

MAJESTÄT DES KAISERS

FRANZ JOSEF I.

1848 - 1908

ERRICHTET

VON DER

SEKTION „WIENERWALD“ DES Ö.T.-K

Gehzeit: etwa 6 Stunden

Kartenmaterial:

  • Freytag-Berndt und Artaria KG: Wanderatlas Wienerwald, 1:40.000
    (1 cm = 400 m), Kartenblätter 13 und 14
  • Freytag-Berndt und Artaria KG: Städteatlas Großraum Wien, 1:20.000
  • Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV): Österreichische Karte 1:50.000 (ÖK50-UTM), Blatt 5325 (Baden)
  • Kompass-Karten GmbH: Wanderkarte 208 (Wienerwald), 1:25.000
  • Kompass-Karten GmbH: Buchplan Großraum Wien, 1:20.000 (zuletzt erschienen im Jahr 2009)